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Urlaubsdilemma: First-World-Problems und die Qual der Wahl…

Der Urlaub und das Dilemma

Seit Monaten freue ich mich auf einen lang geplanten Indonesientrip. Endlich den Großstadtjungle eintauschen für die echte Variante. Der Plan: Backpacking auf Sumatra, Bali, Java und evtl. noch diversen anderen Inseln des Weltgrößten Inselstaats. Während ich mir sicher bin, dass Bikini und Sonnenkreme ganz oben auf meiner Liste stehen, ist die Bücherfrage noch recht ungeklärt. Jedes Jahr das Selbe. Stundenlang starre ich auf mein Bücherregal und überlege verzweifelt, welche Romane einen Platz in meinem wie immer viel zu kleinen Rucksack finden werden. Nach dem Lesen vor Ort zurücklassen ist keine Option und daher stehe ich vor einem gewaltigen First-World-Problem, das es zu lösen gilt. Entweder essentielle Dinge wie Klamotten, Waschbeutel und Kamera durch Bücher ersetzen, oder eine Auswahl treffen. Autsch. Das Dilemma einer Leserin.

Option Kindle

Meine vermeintliche Rettung, der Kindle, scheint natürlich die optimale Lösung zu sein. Vor einigen Jahren habe ich mir den eReader für eine Nordamerikareise zugelegt. Die Vorteile sind offensichtlich: leicht und kompakt, günstigere Bücher und alles immer und überall dabei. Großartig, oder? Jein. Obwohl der Kindle äußerst praktisch und vermutlich gerade für eine Rucksackreise ideal ist, konnte ich mich doch nie mit eBooks anfreunden. Warum? Ich schreibe gerne in meine Bücher. Auch die Zitatfunktion ist kein Ersatz für meine Anmerkungen, mit denen ich meine Gedankengänge während des Lesens festhalte. Das ist besonders schön, vor allem wenn man Bücher nicht nur einmal liest. Gerade meine Lieblingsbücher lese ich gerne zwei bis zehn mal und liebe es vor allem mich daran zu erinnern, welche Gedanken ich mir vorher zum Text gemacht habe. Dafür brauche ich meine Notizen im Buch. Aber das ist natürlich nicht der einzige Nachteil des Kindles. Der Akku, obwohl er bestimmt nicht schlecht ist, hält eben trotzdem nicht ewig. Und wer lässt sich schon gerne mit der Aufforderung die Batterie zu laden, aus anderen Welten reisen? Trotz allen meinen Einwänden findet mein Kindle (wenn auch widerstrebend) dieses Jahr einen Platz in meinem Rucksack und ich bin froh, dass ich ihn nicht verkauft habe, weil sind wir mal ehrlich: niemand schleppt acht Bücher durch den Urwald. Wenn dann zwei-einhalb.

Die Auswahl

Und diese zwei-einhalb Bücher, die ich neben meinem eReader mitnehmen werde, sind einmal der obligatorische Reiseführer von Lonely Planet, Zadie Smiths Roman N-W und meine eigenen Notizbücher gebündelt im Traveler’s Notebook von Midori. Smiths wundervollen Roman habe ich vor ca. einem Jahr schon einmal verschlungen, hatte aber seither keine Zeit ihn nochmal zu lesen, und freue mich in diesen kleinen Schatz einmal mehr zu schmökern. Bei zwei sieben Stunden Flügen, sollte ich dafür theoretisch auch genügend Zeit haben. Mein Traveler’s Notebook dient bei meiner Reise nicht nur als Tagebuch, in dem ich meine Erlebnisse festhalte, sondern auch als Ideensammlung für eigene Geschichten. Diesmal wird es außerdem kurzerhand erweitert, um Zitate und Gedankengänge festzuhalten, die ich leider nicht in meinem eReader sammeln kann. Damit sollte sich mein Urlaubsdilemma gelöst haben und ich freue mich auf Sonnenstunden an Stränden mit Büchern, Ideen und ganz vielen neuen Geschichten.

 

2 Comments
  1. Andi

    November 7, 2016 7:10 pm

    Super Blog

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