In letzter Zeit, arbeite ich viel für die Uni und bin deshalb nicht wirklich dazu gekommen einen Eintrag für meinen Blog zu verfassen. Das heißt eigentlich nur, dass ich momentan mehr lese als sonst. Unter anderem beschäftige ich mich mit Audre Lorde, einer afro-amerikanischen Dichterin, die sich selbst gerne als scharze, lesbische, feministische Frau/Dichterin/Kriegerin und Mutter beschreibt. In ihrer Arbeit hat sie sich viel mit dem dem Thema der Intersektionalität auseinander gesetzt. Da ich mich in meiner Arbeit unter anderem mit diesem Thema im Bezug auf Literatur beschäftige, ist sie für mich eine der bedeutendsten Stimmen der Nachkriegszeit.

Ich möchte hier jetzt eigentlich nicht wirklich viel zu ihrem Werk schreiben sondern nur ein wundervolles Gedicht zitieren, das mir sehr geholfen hat, als ich heute morgen realisiert habe, dass Donald Trump heute tatsächlich vereidigt wird. In diesem Gedicht setzt sich Lorde mit Themen wie Verzweiflung, Angst und Unsicherheit und der Gefahr des daraus resultierenden Schweigens auseinander.

A LITANY FOR SURVIVAL

For those of us who live at the shoreline
standing upon the constant edges of decision
crucial and alone
for those of us who cannot indulge
the passing dreams of choice
who love in doorways coming and going
in the hours between dawns
looking inward and outward
at once before and after
seeking an new now that can breed
futures
like bread in our children’s mouths
so their dreams will not reflect
the death of ours;

For those of us
who were imprinted with fear
like a faint line in the center of our foreheads
learning to be afraid with our mother’s milk
for by this weapon
this illusion of some safety to be found
the heavy-footed hoped to silence us
For all of us
this instant and this triumph
We were never meant to survive.

And when the sun rises we are afraid
it might not remain
when the sun sets we are afraid
it might not rise in the morning
when our stomachs are full we are afraid
of indigestion
when our stomachs are empty we are afraid
we may never eat again
when we are loved we are afraid
love will vanish
when we are alone we are afraid
love will never return
and when we speak we are afraid
our words will not be heard
nor welcomed
but when we are silent
we are still afraid.

So it is better to speak
remembering
we were never meant to survive.

(Audre Lorde, from The Black Unicorn)

Lorde betont in diesem wundervollen Gedicht, wie wichtig es ist, in Zeiten der Unsicherheit, wie wir sie gerade erleben, solidarisch mit den Menschen um sich herum zu sein, sich für andere einzusetzen und füreinander einzustehen. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Parteien wie die AfD in Deutschland immer mehr Zulauf genießen, sollten wir ihre Worte in Taten umsetzen, uns gehör verschaffen und zusammen daran Arbeiten eine inklusive Gesellschaft zu gestalten, in der wir alle, mit all unseren Differenzen, einen Platz finden. So können wir es vielleicht schaffen die Ideologie des Hasses, der Ignoranz, der Intoleranz, der rassistischen und sexistischen Menschenfeindlichkeit zu untergraben und unsere Realitäten auf positivere Art gestalten.