Die Feiertage habe ich dieses Jahr gut überstanden. Dank Grippe. „Hähhh?? Was will die denn jetzt?“ schallt es mir aus den Untiefen des World-Wide-Webs entgegen. Ich krächze zurück, da „alternative Fakten“ 2017 so en vogue sind, kann man schon mal mit dem ein oder anderen Paradoxon um sich werfen, oder?? Aber zurück zu den wichtigen Dingen des Lebens. Mein Körper hat dieses Jahr, pünktlich zum 24. Dezember, einfach beschlossen die Notbremse einzulegen (die Heizung hatte übrigens den selben genialen Einfall, aber das ist eine andere Geschichte). Ich liege immer noch auf der Couch high von Eukaliptusdämpfen und Hustensaft. In diesem Delirium habe ich den brillanten Einfall mal wieder etwas für meinen Blog zu schreiben, denn ich habe ja – entgegen allen Annahmen – etwas Zeit für mich.

Ich habe daher, wie man das zwischen den Jahren gerne mal tut, viel über das vergangene Jahr nachgedacht und bin dabei so richtig schön stereotyp zu dem Schluss gekommen, dass sich 2018 so einiges ändern muss. Deshalb hier eine Liste meiner ganz persönlichen Vorsätze für das neue Jahr, die ihr gerne kopieren könnt. Für etwaige Schäden übernehme ich keine Verantwortung.

Meine Liste mit der 2018 (vielleicht) unglaublich viel großartiger wird als 2017

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1. Sei uneinsichtig, außer wenn du einsichtig sein solltest

Bezieht sich so ziemlich auf alle Bereiche meines Lebens. Aber als Beispiel Bücher (ist ja immer noch ein Buch und Literaturblog hier). 2018 werde ich versuchen mich nicht weiter zu rechtfertigen. Nicht für meine Vorlieben bestimmter Genres, Autor*innen oder spezieller Bücher. Der Vorsatz: mich weniger vor anderen oder mir selbst zu erklären. Was ich mag, mag ich. Was mir nicht gefällt, gefällt mir nicht. Es gilt mehr Selbstbewusstsein, weniger entschuldigen, mehr Sturheit, weniger aussichtslose Diskussionen. Bevor ihr mir jetzt den Hals umdreht habe ich natürlich ein fett-kursives AUßER  für euch.

Dieser Vorsatz soll keine Ausrede sein Bücher nicht zu hinterfragen. Denn es gibt häufig triftige Gründe Genres, Autor*innen oder Bücher kritisch zu betrachten. Das können beispielsweise die problematische Darstellung von Charakteren sein, ein Handlungsstrang der rassistische, sexistische, heteronormative, trans-feindliche oder ableistische Weltbilder stärkt. Es können aber auch Abwesenheiten und Lücken in Erzählungen sein. In diesem Fall: Mund halten, informieren, zu hören und lernen.

2. Bullshit Detektor hochfahren aka hinterfrage alles

Bedeutet eigene Überzeugungen hinterfragen, sogenanntem Allgemeinwissen auf die Sprünge gehen. Das heißt zum Beispiel nochmal checken warum ich eigentlich so davon überzeugt bin, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Kenne ich die genaue Erklärung? (Zwischen uns: nein, da war irgendwas mit Galilei, aber genau kann ich das auch nicht erklären). Oder was bedeutet eigentlich „fair trade“? Gibt es einen „freien Markt“ und was bedeutet frei in diesem Zusammenhang? Oder warum sind alle scheinbar davon überzeugt, dass Nationalstaaten „natürlich“ und wichtig sind? Genau solche Fragen möchte ich mir wieder mehr stellen.

3. Mehr Glitzer, weniger Camouflage

Für mich bedeutet das, weniger darüber nachdenken, was andere von mir denken. Es bedeutet mehr Mut zu Jogginghose, Basecap oder kleinem Schwarzem, rotem Lippenstift, Glitzernagellack und auch gern allem auf einmal. Es bedeutet mehr unkonventionelle Literatur, weniger Kanon mehr Kitsch, mehr unbekannte Autor*innen, weniger preisgekrönte Literatur. Neues Mantra: Unicorn statt  Chameleon.

4. Weniger online, mehr offline

Heißt für mich, sich einfach mal hinzusetzen und ein ganzes Album von James Blake anzuhören, ohne nebenher im Sumpf der sozialen Medien zu versinken. Einfach eine Runde laufen zu gehen, ein Hörbuch zu hören, ein Buch zu lesen, mich mit meinen Lieben zu treffen, ohne dabei ständig eine Hand an meinem Telefon zu haben. Habe gehört, dass das auch gegen das Phantom-Vibrations-Syndrom helfen soll, unter dem ich definitiv leide.

5. Mehr Bücher, mehr Texte, mehr Worte

Letzter und wichtigster Punkt. Ich habe auch 2017 gefühlt immer noch viel zu wenig gelesen und geschrieben. Das soll sich ändern. Wie habe ich mir noch nicht so genau überlegt – ich habe ja noch ein paar Tage. Ein Ritual wäre wohl nicht schlecht. So was wie die gute alte Stunde lesen bevor das Licht ausgeknipst wird. Oder einfach statt Youtube ein Buch? Statt Netflix ein Blog? Statt Instagram ein Gedicht? Wir werden sehen was daraus wird.

Was sind eure Neujahrsvorsätze?

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